Das Handwerk

Gesundheitspreis des rheinland-pfälzischen Handwerks

Betriebe aus ganz Rheinland-Pfalz für BGM ausgezeichnet

Quelle: Michael Jordan Gemeinsam für mehr Gesundheit im rheinland-pfälzischen Handwerk (v. l.): Gerd Benzmüller, Vorsitzender Landesverband der Kreishandwerkerschaften RLP, Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest, Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, Daniela Schmitt, Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Johannes Lauer, Vorsitzender des Unternehmerverbands Handwerk RLP, Ludwig Schadt, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co.KG, Andreas Unger, Geschäftsführer Unternehmerverband Handwerk RLP

Die IKK Südwest, der Unternehmerverband Handwerk Rheinland-Pfalz e.V. und der Landesverband der Kreishandwerkerschaften in Rheinland-Pfalz haben am 2. Juli erstmals den Gesundheitspreis des rheinland-pfälzischen Handwerks in Mainz verliehen. Innungsbetriebe, die Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlergehen ihrer Beschäftigten übernehmen, wurden damit gewürdigt.
Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt hatte die Schirmherrschaft für die Auszeichnung übernommen, Gesundheitsminister Clemens Hoch den Vorsitz der Jury.


In den vergangenen Jahren hat sich eine Entwicklung deutlich gezeigt: Immer mehr Beschäftige im Handwerk leiden unter gesundheitlichen Beschwerden. Langes Stehen, schweres Heben, höheres Arbeitsaufkommen, Stress und Zeitdruck – die Folge: knapp 49 Prozent mehr Muskel-Skelett-Erkrankungen und rund 80 Prozent mehr psychische Erkrankungen im Jahr 2023 als noch vier Jahre zuvor. Die Gesamtzahl der Krankschreibungen insgesamt ist 2023 verglichen zum Jahr 2019 um fast 60 Prozent gestiegen. Das hat eine Auswertung der IKK Südwest unter ihren Versicherten in Rheinland-Pfalz, die im Handwerk oder in handwerksnahen Berufen tätig sind, ergeben.

„Die Daten zeigen, dass Prävention und das Betriebliche Gesundheitsmanagement heute wichtiger denn je sind. Es ist ein nachhaltiges Instrument, um Erkrankungen am Arbeitsplatz vorzubeugen, das Wohlergehen der Belegschaft langfristig zu fördern und Fehlzeiten zu verringern. Einige Handwerksbetriebe haben das erkannt. Mit dem Gesundheitspreis des rheinland-pfälzischen Handwerks wollen wir dieses Engagement noch sichtbarer machen und Betriebe würdigen, die sich bewusst für diesen Weg entschieden haben“, so Prof. Dr. Jörg Loth, Chef der IKK Südwest.

Zur feierlichen Preisverleihung im Landtagsrestaurant in Mainz waren neben Schirmherrin und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt und Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, Vertreterinnen und Vertreter der nominierten Betriebe und zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Politik anwesend.

„Betriebliches Gesundheitsmanagement ist von unschätzbarem Wert, insbesondere im Handwerk, wo körperliche und mentale Belastungen häufig hoch sind. Ich freue mich sehr, dass mit dem  Gesundheitspreis des rheinland-pfälzischen Handwerks Betriebe ausgezeichnet werden, die mit ihrem Engagement dafür sorgen, dass Menschen gerne und gesund ihrer Arbeit nachgehen. Ich gratuliere den diesjährigen Gewinnern herzlich und hoffe, dass ihre vorbildlichen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung viele weitere Betriebe inspirieren werden“, erklärt Wirtschaftsministerin und Schirmherrin Daniela Schmitt, die gemeinsam mit Dr. Denis Alt, dem Siegerbetrieb den Preis in Höhe von 3.000 Euro übergeben hat.

Über den ersten Platz konnte sich die Bäckerei Achim Lohner GmbH freuen. Der Handwerksbetrieb hat die Jury unter anderem mit einer eigens für die rund 2.300 Mitarbeitenden erstellten digitalen  Gesundheits-Plattform für alle Handlungsfelder der Prävention mit praktischen Beispielen und Übungen zum Mitmachen überzeugt. Staatssekretär Alt betont: „Viele Menschen verbringen einen Großteil ihres Tages bei der Arbeit. Ein gesundes Arbeitsumfeld kann entscheidend für das Wohlbefinden der Beschäftigten sein und dazu beitragen, Krankheiten zu vermeiden. Die nominierten Betriebe und Preisträger leisten daher einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie haben eine solche Anerkennung mehr als verdient.“

Den zweiten Platz des Abends belegte das Bauunternehmen Johann Bott aus Guldental. Insbesondere mit den Maßnahmen im Bereich Bewegung und Ergonomie, sowohl im Büro als auch auf der Baustelle, sowie dem hohen Maß an Mitarbeiterorientierung konnte der familiengeführte Handwerksbetrieb bei der Jury punkten. „Ob Werkstatt, Baustelle, Verkauf oder Büro – bei der Einführung eines
Betrieblichen Gesundheitsmanagements steht ein Handwerksbetrieb vor verschiedensten Herausforderungen. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Betriebsinhaber diese Herausforderungen annehmen und Verantwortung für ihre Mitarbeitenden übernehmen. Sie haben das Wohlergehen der Einzelnen im Blick und das zahlt sich langfristig aus“, erklären Gerd Benzmüller, Vorsitzender des Landesverbandes der Kreishandwerkerschaften Rheinland-Pfalz, und Prof. Dr. Jörg Loth, die gemeinsam den Zweitplatzierten ihren Gewinn in Höhe von 2.000 Euro übergeben haben.

Auf dem dritten Platz folgt die Orthopädietechnik Jäger GmbH aus Lahnstein. Das besondere Engagement für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die starke Einbindung der Mitarbeitenden bei Entscheidungen waren unter anderem für die Jury ausschlaggebend. „Wir freuen uns sehr, dass zahlreiche Bewerbungen aus unterschiedlichen Gewerben eingegangen sind und besonders, dass sich so viele Betriebe schon vor Jahren auf den Weg gemacht haben, aktiv etwas für die Gesundheit ihrer Belegschaft zu tun“, sagt der Vorsitzende des Unternehmerverbands Handwerk (UVH) Rheinland-Pfalz, Johannes Lauer. „Die nominierten Betriebe und Preisträger gehen mit positivem Beispiel voran. Sie haben erkannt, dass Betriebliches Gesundheitsmanagement für den Unternehmenserfolg eine wichtige Rolle spielt und die Attraktivität als Arbeitgeber erheblich steigert – auch wenn es um die Suche nach neuen Mitarbeitenden geht“, ergänzt UVH-Geschäftsführer Andreas Unger seinen Vorredner.
Sie haben gemeinsam die Auszeichnung in Höhe von 1.000 Euro überreicht.

Sonderpreise für BGM-Newcomer und Nachhaltigkeit

Bei der Durchsicht der Bewerbungen ist der Jury das Engagement zweier weiterer Betriebe besonders ins Auge gefallen. Dazu gehört die Firma Elektro Fiebig GmbH aus Mainz. Der Betrieb hat zwar in diesem Jahr erst mit dem BGM begonnen, die Jury aber mit der systematischen Einführung, einer BGM-Fachkraft und einem umfassenden Konzept überzeugt. Gemeinsam mit der Malermeisterin und Miss Handwerk 2023 Maren Kogge hat IKK-Chef Loth dem Unternehmen den Sonderpreis für den BGM-Newcomer in Höhe von 500 Euro und einen Gutschein für ein BGM-Maßnahmen-Paket der IKK Südwest übergeben.

Bei Michels Kfz-Werkstätte aus Hahn am See steht insbesondere das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Beim Bau des neuen Firmengebäudes wurde sowohl auf Aspekte des Umwelt- und Klimaschutzes geachtet als auch Gesundheitsaspekte zur Verbesserung des Arbeitsumfelds mitberücksichtigt. So haben sie den Sonderpreis für Nachhaltigkeit im BGM erhalten. Überreicht wurde dieser von den beiden Juroren Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz, sowie Oliver Walle, Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement.

Der Gesundheitspreis des rheinland-pfälzischen Handwerks wurde in diesem Jahr erstmals vergeben. Eine Wiederauflage der Auszeichnung ist in Planung.

Text: IKK Südwest
Foto: Michael Jordan